Jugendliche mögen keine Autos – oder doch?

Das ist also so ein Ding, das keiner mag? Hmmm …

 

Von GUIDO BELLBERG

Vergangene Woche erreichte mich ein Artikel, für den ich hier bewusst keine Werbung machen möchte, nach dem immer mehr Menschen von Oldtimern angenervt seien. Begründung: diese seien laut und umweltschädlich. 

Verstehe. 

Nicht etwa die Heerscharen von Zweirädern, die pünktlich zum 1.4. eines jeden Jahres wieder auf die Straßen rollen, sondern die drei Oldtimer, die wahrscheinlich im Durchschnitt durch eine deutsche Stadt rollen und von denen (mindestens) zwei Motoren zwischen 13 und 26 PS besitzen. Die dann von älteren Herren behutsam durch die Lande pilotiert werden, meist mehr oder weniger lautlos.

Das Ganze erinnert leider verdächtig an die Flut von Artikeln, die uns jahrelang weismachen wollte, junge Menschen würden sich nicht mehr für das Automobil interessieren. Die Wahrheit ist jedoch: Einige, meinungsstarke und junge, Menschen in der Handvoll echter Großstädte, die Deutschland besitzt, interessieren sich nicht allzu sehr für Autos – außer, wenn sie sich über sie aufregen können. Die meisten anderen Jugendlichen können es aber eben kaum abwarten, das erste eigene Auto zu besitzen, und das nicht nur auf den Dörfern.

Ist es nicht verwunderlich, dass die (angeblich) immer stärker werdende Abneigung der Deutschen gegen das Automobil, von den gleichen Leuten beklatscht wird, die sich darüber beschweren, dass in den Großstädten zu viele Autos herumstehen? Autos, die ja eigentlich niemand mag und haben möchte? Irgendetwas kann da nicht stimmen …

Vielleicht liegen sie aber eben auch falsch, die Marketinggenies oder „Verkehrsexperten“, die uns seit Jahr und Tag die immer gleichen Meinungen präsentieren. Und vielleicht, nur wirklich ganz vielleicht, sollte einfach einmal jemand die fragen, um dies wirklich geht, nämlich die jungen Menschen. 

Auf meine wöchentliche Kolumne auf welt.de bekomme ich jedenfalls recht häufig Reaktionen von jungen Menschen, die mir leidenschaftlich erklären, dass sie sich durchaus für Autos interessieren. Nur selektive Wahrnehmung? 

Eher logische Konsequenz, laufen meine Kolumnen dort ja im Ressort „Motor“. Das man beim Thema „Auto“ vor allem Leute anspricht, die sich für Autos und Verkehrspolitik interessieren ist wenig überraschend. 

Nicht ganz so offensichtlich ist jedoch die Frage, warum eine textlastige, ziemlich politische, Kolumne es schafft, junge Autofans anzusprechen, aber Autowerbung eben scheinbar nicht. Könnte es an den Heerscharen langhaariger und kurzatmiger Influencerinnen liegen, die so gerne vor Autos gestellt werden, damit sie dort ein Selfie für ihre 5 Millionen Followerinnen machen können, von denen wahrscheinlich mindestens die Hälfte gekauft ist eh kein Wort Deutsch versteht?

Mein Vorschlag zur Güte: Liebe Experten, geht ihr doch einmal in euch, ich rede solange mit echten Jugendlichen. Mal sehen, wer am Ende Recht behält.

 

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3 thoughts on “Jugendliche mögen keine Autos – oder doch?

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